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TH-01.2 - 25Stufen-Lern- und Projektkompass

Inhaltsverzeichnis

Von der Persönlichkeit zur Vision – von der Idee zum Projekt

Der 25Stufen-Lern- und Projektkompass (25Stu-LPK) ist ein strukturierter Lern-, Entwicklungs- und Projektprozess.

Er unterstützt Menschen, Gruppen und Organisationen dabei, sich selbst und ihre Ausgangssituation zu verstehen, eigene Ziele und Visionen zu entwickeln, aus Ideen tragfähige Konzepte zu erarbeiten und daraus konkrete Projekte zu planen und umzusetzen.

Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell einen Projektantrag auszufüllen.

Der 25Stu-LPK führt Schritt für Schritt durch einen Lern- und Entwicklungsprozess:

Lernen → Verstehen → Reflektieren → Entwickeln → Planen → Handeln → Bewerten → Weiterentwickeln

Ein wesentlicher Grundsatz lautet:

Der Kompass bleibt gleich. Der Weg durch den Kompass wird an den Entwicklungsstand des jeweiligen Menschen, Vereins oder Projektes angepasst.

Die 25 Stufen sind deshalb eine gemeinsame Grundstruktur. Die konkreten Aufgaben, Arbeitsblätter, Gespräche und Ergebnisse können je nach Person, Gruppe, Organisation und Projekt unterschiedlich sein.

Der 25Stu-LPK ist ein Lernprozess – kein Fragebogen

Die 25 Stufen werden nicht einfach möglichst schnell nacheinander ausgefüllt.
Jede Stufe kann aus verschiedenen Aufgaben, Arbeitsblättern, Gesprächen, praktischen Übungen und Reflexionen bestehen.

Die Teilnehmer arbeiten zunächst selbstständig, besprechen ihre Ergebnisse mit anderen Beteiligten und/oder einem Coach und halten unterschiedliche Sichtweisen und Erkenntnisse fest.

NADEUM-WIKO begleitet und strukturiert den Prozess – die Verantwortung für die eigenen Entscheidungen, die Eigenleistung und die Umsetzung bleibt bei den Teilnehmern bzw. der jeweiligen Organisation.

Das langfristige Ziel ist, dass die Teilnehmer den 25Stu-LPK nach entsprechender Begleitung selbstständig für ihre weiteren Entwicklungs- und Projektvorhaben einsetzen können.

KAPITEL I – DER MENSCH

Sich selbst verstehen – die Grundlage für alles Weitere

Bevor ein Mensch ein Projekt entwickeln oder Verantwortung für andere übernehmen kann, sollte er zunächst verstehen, wer er selbst ist, was ihn bewegt, welche Ziele er hat, wie er lernt und wo seine eigenen Stärken und Entwicklungsfelder liegen.

Dieses erste Kapitel bildet deshalb die persönliche Grundlage des gesamten 25Stu-LPK.

Es geht nicht darum, einen Menschen zu bewerten oder in eine bestimmte Kategorie einzuordnen. Vielmehr soll er sich selbst besser kennenlernen und seine eigene Ausgangssituation realistisch einschätzen können.

Dabei werden unter anderem die persönliche Lebenssituation, Erfahrungen, Kenntnisse, Fähigkeiten, Grenzen, grundlegenden Lebensziele und persönlichen Ziele betrachtet.

Auch die eigene Lernweise spielt eine wichtige Rolle. Denn wer weiß, wie er am besten lernt, Informationen verarbeitet, Entscheidungen trifft und mit Herausforderungen umgeht, kann seinen eigenen Entwicklungsprozess bewusster gestalten.

Die vier Stufen dieses Kapitels

01 – Wer bist Du?
Die eigene Person, Herkunft, Erfahrungen, Kenntnisse, Fähigkeiten, Stärken und Entwicklungsfelder erkennen.

02 – Deine 4 grundlegenden Lebensziele
Die persönlichen grundlegenden Lebensziele verstehen und ihre Bedeutung für das eigene Leben reflektieren.

03 – Deine Lebensziele und Goals
Eigene Ziele, Bedürfnisse, Werte, Talente und Prioritäten erkennen und miteinander in Beziehung setzen.

04 – Dein Lerntyp
Die eigene bevorzugte Lernweise, den Umgang mit Herausforderungen und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten besser verstehen.

Das Ziel dieses Kapitels

Am Ende soll nicht einfach ein ausgefüllter Fragebogen stehen.

Der Teilnehmer soll sagen können:

„Ich weiß besser, wo ich stehe, was mir wichtig ist, was ich kann, wo ich mich entwickeln möchte und wie ich am besten lerne.“

Diese Selbsterkenntnis bildet die Grundlage für die nächsten Kapitel.

KAPITEL II – VISION UND ENTWICKLUNG

Eine klare Vision entwickeln und mit der Realität verbinden

Nachdem die persönliche Ausgangssituation betrachtet wurde, geht es im zweiten Kapitel um die Frage:

„Wo möchte ich hin?“

Eine Vision entsteht nicht allein aus einem Wunsch. Sie muss mit der eigenen Persönlichkeit, den eigenen Möglichkeiten und der tatsächlichen Lebenssituation verbunden werden. Deshalb beginnt dieses Kapitel mit grundlegenden Prinzipien für persönliche Entwicklung und Verantwortung. Danach wird die eigene Vision betrachtet: Wie möchte ich in Zukunft leben? Was möchte ich entwickeln? Was möchte ich verändern? Welche Bedeutung haben persönliche, berufliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte? Anschließend wird die Vision mit der Realität verglichen. Denn zwischen einer gewünschten Zukunft und der heutigen Situation kann eine große Lücke liegen.

Der 25Stu-LPK hilft dabei, diese Lücke sichtbar zu machen:

Wo stehe ich heute?
Wo möchte ich hin?
Was fehlt?
Was muss ich selbst verändern?
Was muss ich lernen?
Welche Hindernisse gibt es?
Welche Möglichkeiten und Ressourcen sind bereits vorhanden?

Die drei Stufen dieses Kapitels

05 – Erfolgsprinzipien – Der erste Schritt ist der wichtigste
Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen, handeln, Erfahrungen nutzen und aus Fehlern lernen.

06 – Meine Vision
Eine persönliche Vorstellung der gewünschten Zukunft entwickeln.

07 – Die Vision mit der Realität verbinden
Die eigene Vision mit der tatsächlichen Ausgangssituation vergleichen und die notwendigen Entwicklungsschritte erkennen.

Das Ziel dieses Kapitels

Aus einem allgemeinen Wunsch soll eine bewusste und realistisch betrachtete Vision entstehen.

Vision bedeutet nicht, dass bereits ein fertiger Plan vorhanden ist. Sie beschreibt zunächst, wohin die Entwicklung führen soll.

KAPITEL III – AUS IDEE WIRD VISION

Eine Idee verstehen, prüfen und auf ihren eigentlichen Kern bringen

Jetzt beginnt der Übergang von der persönlichen Entwicklung zur möglichen Projektentwicklung. Menschen haben häufig Ideen. Eine Idee allein ist jedoch noch kein Projekt.
Deshalb wird zunächst untersucht:

Was ist meine Idee eigentlich?

Welche Veränderung soll entstehen? Welches Problem steht dahinter? Welcher Bedarf besteht tatsächlich? Und für wen soll eine mögliche Lösung überhaupt einen Nutzen haben? Ein wichtiger Bestandteil dieses Kapitels ist deshalb die 10-stufige Sozialkompetenz. Sie unterstützt die Teilnehmer dabei, sich selbst, andere Menschen, Kommunikation, Verantwortung, Konflikte und Zielsetzungen besser zu verstehen. Danach wird die Projektidee Schritt für Schritt untersucht. Dabei soll zwischen Vermutungen und tatsächlich überprüften Informationen unterschieden werden.

Zum Beispiel:

Welches Problem besteht wirklich?
Wer ist davon betroffen?
Welche Ursachen gibt es?
Welcher Bedarf besteht?
Welche Informationen liegen bereits vor?
Was wurde bisher versucht?
Für wen soll das Projekt einen Nutzen schaffen?

Die fünf Stufen dieses Kapitels

08 – Die 10 Stufen der Sozialkompetenz
Grundlagen für Selbstverständnis, Kommunikation, Zusammenarbeit, Konfliktlösung und Verantwortungsübernahme.

09 – Meine Projektidee
Die eigene Idee beschreiben und ihren Ausgangspunkt verstehen.

10 – Welches Problem möchte ich lösen?
Das konkrete Problem und seine Ursachen untersuchen.

11 – Welcher Bedarf besteht?
Den tatsächlichen Bedarf erfassen und möglichst durch Informationen, Beobachtungen oder andere geeignete Quellen überprüfen.

12 – Für wen ist das Projekt?
Die Zielgruppe und die direkt bzw. indirekt betroffenen Menschen erkennen.

Das Ziel dieses Kapitels

Aus einer zunächst allgemeinen Idee soll ein klareres Verständnis des Problems, des Bedarfs und der betroffenen Menschen entstehen.

Damit ist die Grundlage geschaffen, um im nächsten Kapitel aus dieser Erkenntnis ein Konzept zu entwickeln.

KAPITEL IV – AUS IDEE WIRD KONZEPT

Die Vision in ein klares, realistisches und tragfähiges Konzept überführen

Nun wird aus der Idee eine konkretere Vorstellung davon, was tatsächlich erreicht werden soll und wie dies grundsätzlich möglich sein könnte. Die Projektvision beschreibt den gewünschten Zustand. Danach werden konkrete Ziele formuliert. Anschließend wird nach einem geeigneten Lösungsweg gesucht. Ein besonders wichtiger Bestandteil dieses Kapitels ist die realistische Betrachtung der vorhandenen und fehlenden Ressourcen.
Denn ein gutes Konzept beginnt nicht mit der Frage:

„Was brauchen wir von außen?“

sondern zunächst mit:

„Was ist bereits vorhanden und was können wir selbst leisten?“

Deshalb werden Menschen, Kenntnisse, Erfahrungen, Grundstücke, Gebäude, Tiere, Maschinen, Werkzeuge, Kontakte, Infrastruktur und andere vorhandene Ressourcen betrachtet. Erst danach wird festgestellt, was tatsächlich noch fehlt. Zum Schluss wird geklärt, wer welche Verantwortung übernimmt.

Die sechs Stufen dieses Kapitels

13 – Meine Projektvision
Den gewünschten zukünftigen Zustand des Projektes beschreiben.

14 – Die konkreten Projektziele
Aus der Vision konkrete und möglichst überprüfbare Ziele entwickeln.

15 – Der Lösungsweg
Überlegen, wie die angestrebte Veränderung erreicht werden kann.

16 – Was ist bereits vorhanden?
Vorhandene Menschen, Kenntnisse, Erfahrungen, Ressourcen und Infrastruktur erfassen.

17 – Was fehlt noch?
Fehlende Kenntnisse, Menschen, Materialien, Ausstattung, Genehmigungen, Kontakte oder andere Voraussetzungen feststellen.

18 – Wer macht was?
Verantwortlichkeiten, Aufgaben, Zuständigkeiten und Entscheidungsbereiche klären.

Das Ziel dieses Kapitels

Am Ende soll aus der Projektidee ein nachvollziehbares und realistisch aufgebautes Konzept entstanden sein. Dabei wird besonders Wert darauf gelegt, dass Verantwortung nicht einfach an andere übertragen wird.

Unterstützung ersetzt keine Eigenleistung.

KAPITEL V – AUS KONZEPT WIRD PROJEKT

Das Konzept in einen realistischen Projektplan überführen

Ein gutes Konzept muss in der Realität funktionieren können. Deshalb wird im fünften Kapitel geprüft, unter welchen tatsächlichen Bedingungen das Projekt durchgeführt werden kann.
Dazu gehören beispielsweise:

Standort
örtliche Bedingungen
Infrastruktur
Wasser und Energie
Kommunikation und Internet
Transport und Erreichbarkeit
Klima und Umweltbedingungen
rechtliche Rahmenbedingungen
lokale Besonderheiten

Danach werden die konkreten Aktivitäten geplant.

Wer macht was? – In welcher Reihenfolge? – Welche Ressourcen werden für welche Tätigkeit benötigt? – Welche Aufgaben hängen voneinander ab?

Anschließend wird aus dem Arbeitsplan ein Zeitplan mit Meilensteinen und Kontrollpunkten. Dabei gehört auch dazu, dass ein Projekt nicht immer genau nach Plan läuft. Verzögerungen, Veränderungen und neue Erkenntnisse müssen berücksichtigt werden können.

Die drei Stufen dieses Kapitels

19 – Wo und unter welchen Bedingungen?
Die tatsächlichen Rahmenbedingungen des Projektes untersuchen.

20 – Projektaktivitäten und Arbeitsplan
Die notwendigen Aktivitäten, Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Abläufe festlegen.

21 – Zeitplan und Meilensteine
Zeitliche Abläufe, Zwischenziele und wichtige Kontrollpunkte definieren.

Das Ziel dieses Kapitels

Aus dem Konzept soll ein praktisch umsetzbarer Projektplan entstehen. Der Teilnehmer soll nicht nur wissen, was er erreichen möchte, sondern auch:

Was muss wann?,  wo?,  und durch wen? –  und unter welchen Bedingungen machen?

KAPITEL VI – PARTNER UND UMSETZUNG

Wirtschaftlichkeit, Eigenleistung, Finanzierung und Partnerschaften verantwortungsvoll vorbereiten

Das sechste und letzte Kapitel führt zur Frage:

„Ist das Projekt unter den gegebenen Bedingungen tragfähig und wie kann seine Umsetzung organisiert werden?“

Dabei wird zunächst die wirtschaftliche und nachhaltige Seite betrachtet.

Welche Kosten entstehen?

Welche laufenden Kosten gibt es?

Welche Einnahmen oder eigenen wirtschaftlichen Möglichkeiten bestehen?

Wie kann das Projekt langfristig funktionieren?

Danach wird die Eigenleistung betrachtet.

Was können die Beteiligten selbst beitragen – durch Arbeit, vorhandene Ressourcen, Eigenproduktion, Sachleistungen oder gegebenenfalls eigene finanzielle Mittel?

Erst wenn diese Fragen geklärt sind, lässt sich realistischer feststellen, welche Unterstützung tatsächlich benötigt wird. Anschließend wird das gesamte Projekt nochmals überprüft.
Alle wichtigen Bestandteile werden zusammengeführt:

Problem – Bedarf – Zielgruppe – Projektvision
Ziele – Lösungsweg – vorhandene Ressourcen – fehlende Ressourcen
Verantwortlichkeiten – Standort – Aktivitäten – Zeitplan
Wirtschaftlichkeit – Nachhaltigkeit
Eigenleistung – Finanzierungsbedarf

Erst danach erfolgt die Vorbereitung auf mögliche Partner, Förderstellen oder Donatoren.

Die vier Stufen dieses Kapitels

22 – Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit
Prüfen, ob das Projekt wirtschaftlich und langfristig tragfähig sein kann.

23 – Finanzierung und Eigenleistung
Die eigene Leistung und den tatsächlich verbleibenden Finanzierungsbedarf ermitteln.

24 – Projektprüfung und vollständiger Projektantrag
Das gesamte Projekt nochmals systematisch überprüfen und die erforderlichen Informationen zu einem vollständigen Projektantrag zusammenführen.

25 – Vorbereitung auf Donatoren und mögliche Finanzierung
Geeignete Partner und mögliche Finanzierungsquellen prüfen und das Projekt auf eine professionelle Vorstellung und Antragstellung vorbereiten.

Das Ziel dieses Kapitels

Das Projekt soll so weit entwickelt sein, dass die Beteiligten selbst verstehen, was sie tun wollen, warum sie es tun, was sie selbst beitragen können und welche Unterstützung tatsächlich benötigt wird.

Dabei gilt ausdrücklich:

!! Der 25Stu-LPK garantiert keine Finanzierung. !!

Er soll vielmehr dazu beitragen, dass Menschen und Organisationen lernen, ihre Projekte nachvollziehbar, realistisch und professionell zu entwickeln und gegenüber möglichen Partnern oder Förderern darzustellen.

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