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Das bin Ich, Georg-Josef!

Ich bin Georg-Josef. Und wenn ich heute, im September 2026, auf mein Leben, meine Gedanken und auf das zurückschaue, was in den letzten Jahren aus mir und meinen Ideen geworden ist, dann würde ich nicht mehr einfach sagen: „I bin so wie I bin.“

Das stimmt zwar noch immer. Aber heute weiß ich ein bissl besser, wer dieser Georg eigentlich ist. Ich bin einer, der Fragen stellt. Manchmal Fragen, bei denen andere wahrscheinlich sagen:

„Warum beschäftigst du dich überhaupt damit?“

Und genau dort fängt es bei mir meistens erst an. Ich kann einen ganz normalen Gedanken aufnehmen und ihn weiterverfolgen. Dann kommt der nächste Gedanke, dann die nächste Frage – und irgendwann bin ich vielleicht ganz woanders. Das passiert nicht immer absichtlich. Manchmal merke ich es erst beim späteren Lesen:

„Georg, was hast du denn jetzt wieder zusammengeschrieben?“

Dann muss ich selbst lachen. Aber meistens steckt hinter dem Sprung irgendein Zusammenhang, den ich beim Schreiben einfach nicht mitgenommen habe. Ich denke eben nicht immer in geraden Linien. Ich denke eher in Zusammenhängen.

Ich habe inzwischen gelernt, dass das nicht unbedingt eine Schwäche sein muss. Aber es kann eine werden, wenn ich von anderen erwarte, dass sie denselben Weg in meinem Kopf automatisch mitgehen. Das tun sie natürlich nicht.

Ich sehe die Brücke – der andere sieht nur den Sprung.

Das ist etwas, das ich heute besser verstehe als früher. Deshalb möchte ich meine Gedanken auch nicht mehr unbedingt „glattbügeln“. Ich möchte sie verständlich machen. Das ist etwas anderes. Denn wenn ich einen Gedanken nur deshalb verändere, damit er schöner, diplomatischer oder professioneller klingt, kann es passieren, dass am Ende zwar ein guter Text übrig bleibt – aber nicht mehr ganz mein Text. Und das möchte ich nicht.

Ich habe in den vergangenen Jahren sehr viel ausprobiert. Manches ist geblieben. Manches habe ich wieder verworfen. Manches hat sich verändert, während ich daran gearbeitet habe. Und manches, von dem ich einmal überzeugt war, sehe ich heute mit etwas Abstand. Auch das gehört zu mir. Ich muss nicht jeden Gedanken verteidigen, nur weil er einmal meiner war. Ich darf sagen:

„Damals habe ich das so gesehen. Heute sehe ich es etwas anders.“

Das empfinde ich inzwischen nicht als Schwäche. Im Gegenteil. Vielleicht ist es eine Form von Freiheit.

Ich bin auch nicht mehr derjenige, der glaubt, alles alleine lösen zu müssen. Ich habe gelernt, dass manche Dinge Fachleute brauchen. Andere Menschen haben Wissen, das ich nicht habe. Und manchmal braucht es einfach jemanden, der einen Gedanken von außen betrachtet und sagt:

„Georg, da springst du gerade.“

Das kann durchaus hilfreich sein. Aber ich möchte dabei trotzdem erkennen können, woher der Gedanke gekommen ist. Denn meine Gedanken entstehen selten aus dem Nichts. Sie entstehen aus Erlebnissen, aus Menschen, aus Gesprächen, aus Beobachtungen, aus Fehlern, aus Fragen – und manchmal aus einer ganz unscheinbaren Sache, die plötzlich eine viel größere Frage in mir auslöst.

Ich bin heute 73. Und trotzdem habe ich nicht das Gefühl, dass ich mit dem Denken fertig bin. Vielleicht sogar im Gegenteil. Ich habe inzwischen mehr Erfahrungen, mit denen ich meine Fragen verbinden kann. Das macht die Sache nicht unbedingt einfacher. Aber interessanter. Ich weiß heute auch, dass nicht jede Idee verwirklicht werden muss. Manche Ideen müssen zunächst einfach gedacht werden. Manche müssen geprüft werden. Manche müssen warten. Und manche dürfen irgendwann auch wieder verschwinden.

Das ist in Ordnung.

Was mir geblieben ist, ist meine Neugier. Meine Hartnäckigkeit. Mein Bedürfnis nach Klarheit. Und diese etwas lästige Angewohnheit, bei einer Antwort manchmal noch eine Frage dahinter zu entdecken. Ich will verstehen. Nicht unbedingt alles. Aber das, womit ich mich beschäftige, möchte ich wirklich verstehen. Halbe Antworten machen mich selten zufrieden. Und wenn ich etwas nicht verstehe, frage ich eben noch einmal. Und noch einmal. Bis es für mich Sinn ergibt.

Ich bin kein Prophet. Kein großer Denker, nur weil ich viel denke. Ich bin auch nicht immer konsequent. Ich mache Fehler. Ich verliere manchmal den Überblick. Ich kann mich verrennen. Und manchmal schreibe ich tatsächlich ziemlichen Humpitz.

Aber ich habe inzwischen gelernt, auch darüber zu lachen. Vielleicht ist das sogar wichtig. Denn wenn man seine eigenen Gedanken nicht mehr hinterfragen darf, wird man irgendwann zum Gefangenen seiner eigenen Überzeugungen. Das möchte ich nicht sein.

Und so stehe ich heute, im Jahr 2026, eigentlich ziemlich genau dort, wo ich immer wieder gelandet bin:

Ich habe Fragen. – Ich habe Erfahrungen. – Ich habe Ideen. – Ich habe Zweifel. – Ich habe noch immer Visionen. – Und ich habe inzwischen auch genügend Abstand, um manches davon wieder anzuschauen und zu sagen:

 „Na, schauen wir einmal, ob das heute noch zu mir passt.“

Das ist vielleicht das Wichtigste, was ich über mich sagen kann. – Ich muss nicht immer derselbe sein. – Aber ich möchte erkennen können, wer ich geworden bin. – Und wenn ich mich heute selbst in wenigen Worten beschreiben müsste, dann vielleicht so:

 

Ich bin Georg-Josef. Ich denke intensiv darüber nach, was mich beschäftigt. 
Ich frage. Ich probiere. Ich zweifle. Ich springe. – Ich falle manchmal auf die Nase. – Ich stehe wieder auf. Und dann denke ich weiter. Das bin ich – hier und jetzt, 2026.

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