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WWF23 Wasini Müll Frei23

Inhaltsverzeichnis

WWF23 -Wasini Waste Free23 (SHG)

Einleitungstext – WWF23 (WasiniWasteFree23)

WasiniWasteFree23 wurde von Herrn Bilali Abdalla Bilali gegründet – aus der Notwendigkeit heraus, eine der wertvollsten, aber zugleich verletzlichsten Küstenregionen Ostafrikas zu schützen.

Ganz im Süden Kenias, im Indischen Ozean, liegt Wasini Island – eine kleine Insel mit außergewöhnlicher natürlicher Schönheit. Ihre Korallenriffe, Mangrovenwälder und Fischgründe machen sie einzigartig und zu einem beliebten Ziel für Touristen aus aller Welt. Doch genau diese Schönheit ist zunehmend bedroht.

Die Küsten Afrikas leiden massiv unter der Flut von Plastikmüll. Abfälle aus dem globalen Konsum, aus dem internationalen Schiffsverkehr, aus Tourismus und fehlender lokaler Abfallinfrastruktur gelangen ungehindert ins Meer und werden an die Strände gespült. Weder auf regionaler noch auf globaler Ebene existieren bislang ausreichend wirksame politische Maßnahmen, konsequente Umweltgesetze oder funktionierende Müllsammel- und Recyclingsysteme, um diesem Problem nachhaltig Einhalt zu gebieten.

Gleichzeitig lebt die Welt heute mit nahezu neun Milliarden Menschen in einem Konsumsystem, das noch immer so funktioniert, als wären Ressourcen unbegrenzt und Abfälle folgenlos. Diese Annahme ist längst überholt. Die Natur kann die Menge an Plastik, die wir produzieren und achtlos entsorgen, nicht mehr aufnehmen. Die Folgen zeigen sich bereits heute – und sie werden weiter zunehmen, wenn wir nicht handeln.

Auf Wasini Island sind diese Auswirkungen unmittelbar spürbar:
Die Mangrovenwälder, die als natürliche Schutzbarrieren, Kinderstuben für Fische und bedeutende CO₂-Speicher dienen, werden durch Plastikabfälle geschädigt. Fische und Meeresorganismen nehmen Mikroplastik auf, ihre Bestände gehen zurück – und damit auch die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung. Am Ende leidet der Mensch selbst: gesundheitlich, wirtschaftlich und sozial.

Doch auf Wasini Island beginnt ein Umdenken. Die Menschen erkennen, dass der Schutz ihrer Umwelt gleichbedeutend ist mit dem Schutz ihrer eigenen Zukunft. WasiniWasteFree23 ist Ausdruck dieses Bewusstseins: eine lokale Initiative, getragen von der Gemeinschaft, mit dem Ziel, Plastikmüll zu sammeln, zu trennen, weiterzuverarbeiten, Bewusstsein zu schaffen und langfristig nachhaltige Lösungen zu entwickeln – für die Insel, für das Meer und für kommende Generationen.

Wasini Island © - 2026 - Bilali Abdalla

Kurzer Geschichtlicher Rückblick  des Wasini Island – „Waschina“ oder „Chinesen“

Auf der Insel Wasini gibt es drei Dörfer: Das Hauptdorf heißt „Wasini“, das zweite „Mkwiro“ und das letzte „Behind the Water Village“. Ich, Bilali Abdalla, wohne im Hauptdorf der Insel Wasini bei der „Mgodo-Moschee“.

Die Insel selbst ist 7 km lang und 4 km breit und hat mehr als 4.000 Einwohner. Tatsächlich bedeutet Wasini Island „Waschina“ oder „Chinesen“ – sie waren die ersten Besucher, die kamen, um mit Kaurimuscheln zu handeln, aus denen Gebrauchsgegenstände wie Becher, Teller usw. hergestellt wurden. Es gibt auf der Insel Wasini nur noch wenige Nachkommen der Chinesen; die Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Arabern und dem Volk der „Vumba“.

Im Gegensatz zu den Chinesen blieben die Araber lange auf der Insel Wasini. Die Araber gingen nun eine Beziehung mit den lokalen Bantu ein, einer großen Gemeinschaft in Kenia, und begründeten einen lokalen Stamm namens Vumba. Die Menschen dort sind schwarze Araber.

  • Die zweiten Besucher waren die Araber, die zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert zum Sklavenhandel kamen. 3 km vor der Insel Wasini liegt das Festland namens Shimoni, ein lokales Swahili-Wort, das „Höhlen“ oder „Löcher“ bedeutet, wo die Sklaven etwa zwei bis drei Wochen lang festgehalten wurden, bevor sie auf den berüchtigten Markt in Sansibar und weiter nach Übersee – in den Iran, den Irak usw., meist arabische Länder – transportiert wurden.
  • Die Boote, mit denen die Sklaven transportiert wurden, hießen arabische Dhaus. Die Fahrt auf einem Dhow von der Insel Wasini nach Sansibar – eigentlich ist Tansania unser Nachbarland.
  • Doch der Sklavenhandel wurde abgeschafft, und Shimoni entwickelte sich zu einem großen Fischmarkt und die Insel Wasini zu einem Zentrum für Touristenattraktionen.

Der große Fischmarkt in Shimoni.

Hier auf der Insel Wasini ist der Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig, gefolgt vom Fischfang. Die Männer fahren mit Booten zum Fischen und wenden dabei verschiedene Methoden an, sei es mit offenen Korbfallen, Leinen, Netzen oder durch lokales Tauchen. Sie fischen sowohl tagsüber als auch nachts.

Während der Ebbe suchen die Frauen mit spitzen Stöcken nach Tintenfischen und Muscheln. Andere Frauen arbeiten im Restaurant und kochen lokale SwahiliGerichte wie Kokosnussreis, Kokosnusssauce, Maniok, Chapati usw. Wieder andere frittieren Fisch und verkaufen ihn, oder sowohl Frauen als auch Männer verkaufen rohen Fisch auf dem großen Fischmarkt in Shimoni.

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