P015 NEU PENZING und seine Geschichte
Inhaltsverzeichnis
Neu-Penzing – Historische Entwicklung in Zeitabschnitten
18. Jahrhundert – Ländlicher Raum
- Gebiet überwiegend Äcker, Weingärten und Wiesen
- Keine geschlossene Bebauung
- Nutzung vor allem landwirtschaftlich
- Verbindung über frühe Verkehrswege (Vorläufer der Hütteldorfer Straße)
Vor 1848 – Vorstadt, Felder und Ackerland
Im 18. Jahrhundert war das Gebiet noch weitgehend ländlich geprägt: Es bestand überwiegend aus Feldern, Äckern und vereinzelten Vorwerksanlagen, die an die Vororte Wiens anschlossen. Die Entwicklung der Infrastruktur ist eng mit der Verbreiterung von Verkehrswegen wie der Hütteldorfer Straße verbunden, die damals wichtige Verbindungen ins Umland schufen.
1800–1848 – Vorstadtentwicklung
- Erste Ansiedlungen und Gewerbe
- Nähe zu Wien wird wirtschaftlich relevant
- Gebiet gehört verwaltungsmäßig zum Umfeld von Hietzing
1848–1890 – Industrialisierung
1848–1890 – Industrialisierung & Vorbereitung der Eingemeindung
- Wien wächst stark durch Industrialisierung
- Ausbau der Westbahn → stärkere Erschließung
- Erste systematische Parzellierungen
- Gebiet weiterhin außerhalb des Wiener Stadtgebiets
1848–1890 – Eingemeindung und erste Urbanisierung
Mit der fortschreitenden Industrialisierung wuchs Wien. Die bis dahin eigenständigen Vororte – darunter auch Rudolfsheim und Sechshaus – wurden in den Jahren um 1890 in die Stadt Wien eingemeindet:
- Rudolfsheim wurde 1892 als 14. Bezirk Teil Wiens,
- Fünfhaus wurde zum 15. Bezirk. (kv15.co.at)
Parallel zur Eingemeindung begann die systematische urbane Entwicklung nördlich der Westbahntrasse:
- Ab den 1860er Jahren wurde das Gebiet planmäßig bebaut, vor allem im Bereich, der heute „Neu-Fünfhaus“ genannt wird – mit einem Rastergrundriss aus Straßen und Häuserblöcken statt gewachsener Vorstadtstruktur. (Wikipedia)
1890–1914 – Gründerzeitliche Bebauung
1890–1914 – Gründerzeitliche Bebauung
- Rasche Verbauung mit Zinshäusern
- Entstehung der heutigen Häuserblöcke und Gassenstruktur
- Fokus auf Wohnraum für Arbeiter: Innen und Angestellte
- Kaum Grünflächen – Funktionalität stand im Vordergrund
1892 – Eingemeindung nach Wien
- Rudolfsheim wird 1892 als 14. Bezirk eingemeindet
- Fünfhaus wird eigenständiger 15. Bezirk
- Das Gebiet des heutigen „Neu-Penzing“ liegt damals noch nahe der Bezirksgrenze
1892–1911 – Gründerzeitliche Bebauung
In der Zeit um die Jahrhundertwende entstanden entlang der Hütteldorfer Straße und den zugehörigen Gassen zahlreiche gründerzeitliche Zinshäuser. Diese Bebauung war Teil eines groß angelegten Wachstums von Wien als Industriestadt mit Wohnraum für Arbeiterinnen und Arbeiter, professionsübergreifende Bevölkerungsschichten sowie Familien. (Wikipedia)
1911–1930 – Verdichtung des Baulandes
1911–1930 – Verdichtung
- Freigabe ehemaliger Militärflächen (Schmelz)
- Weiterer Ausbau nördlich der Hütteldorfer Straße
- Straßen wie Beckmanngasse, Fenzlgasse gewinnen ihre heutige Struktur
1911–1938 – Militärparzellen und weitere Stadterweiterung
Im Jahr 1911 gab das Militär rund zehn Hektar früherer Exerzierflächen, der sogenannten Schmelz, zur Bebauung frei. Auf diesem Areal entstanden weitere Häuserblöcke nördlich der Hütteldorfer Straße. In dieser Phase wurde der Stadtplan des Gebiets weiter verdichtet, ohne die historische Identität der Umgebung vollständig aufzugeben. (Wikipedia)
1938 Zusammenlegung und ein neuer Bezirk
1938 – Bezirksneuordnung
- Zusammenlegung von Rudolfsheim und Fünfhaus
- Gebiet wird endgültig dem 15. Bezirk zugeordnet
- Gleichzeitig entsteht der 14. Bezirk Penzing neu
- Der Name „Neu-Penzing“ entsteht informell durch diese Grenzlage
1938 – Umgrenzung der Bezirke im Nationalsozialismus
Am 15. Oktober 1938 wurden die damaligen Bezirke Rudolfsheim (14.) und Fünfhaus (15.) im Zuge einer administrativen Neuordnung Wiens unter nationalsozialistischer Regierungsautorität zusammengelegt. Dabei erhielt das Gebiet um die heutigen Häuserblöcke westlich der Johnstraße offiziell Zugehörigkeit zum 15. Bezirk. Gleichzeitig wurde der 14. Bezirk neu geschaffen als Penzing – aus Teilen des ehemaligen 13. Bezirks. (WIENfünfzehn)
1957 der Fünfzehnte Bezirk bekommt seinen Namen
1957 – Offizieller Bezirksname
- Der 15. Bezirk erhält den Namen Rudolfsheim-Fünfhaus
- Die bauliche Struktur bleibt weitgehend unverändert
1957 – Doppelnamen und Wiederbewertung
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb diese Bezirkseinheit bestehen. Am 15. Februar 1957 beschloss der Gemeinderat den heutigen Namen Rudolfsheim-Fünfhaus für den 15. Bezirk – als Erinnerung an seine historische Entstehung aus zwei unterschiedlichen Vorortgemeinden. (WIENfünfzehn)
1970–2000 – Autogerechte Stadt
- Straßenraum wird stark vom Autoverkehr dominiert
- Grünflächen im Straßenraum kaum vorhanden
- Parkraum hat Vorrang vor Aufenthaltsqualität
ab 2000 – Langsame Umorientierung
- Klimawandel wird spürbar
- Erste Verkehrs- und Begrünungsprojekte
- Diskussionen über Lebensqualität, Hitze, öffentlicher Raum
2020 bis heute (2025)
ab 2020 – Lokale Initiativen & Bürgerbeteiligung
- Agendas, Parklets, Verkehrsberuhigung
- Öffentlicher Raum wird neu gedacht
- „Neu-Penzing“ bleibt ein dicht bebautes, aber engagiertes Stadtgebiet
- Wandel erfolgt schrittweise und im Dialog
Neu-Penzing – Territorium und Namensherkunft
Der Begriff „Neu-Penzing“ wird in der öffentlichen Wahrnehmung für den westlichsten Teil des 15. Bezirks genutzt, der – anders als der formal benannte Bezirksteil – im 15. Bezirk liegt, aber geographisch in den Bereich des 14. Bezirks hineinragt. Die Bezeichnung leitet sich aus dieser Grenzlage ab und wird vor allem in lokalen Kontexten gebraucht, nicht als offizieller administrative Name. (öbv)
Heute besteht diese Zone vor allem aus dicht bebauten Häuserblöcken mit wenig Grünraum, was sich aus der historischen Entwicklung Wiens als kompakte Stadt erklärt. Das Gebiet ist geprägt von einer Mischung aus historischen Zinshäusern und späteren Ergänzungen im 20. Jahrhundert, wobei die Nutzung des öffentlichen Raums – wie überall in urbanen Zentren – weiterhin ein zentrales Thema für Bewohner:innen und Stadtentwicklung bleibt.
Kurz zusammengefasst
Neu-Penzing ist kein historisch eigenständiger Ort, sondern ein gewachsenes Stadtgebiet, das:
- vom Ackerland
- über Vorstadt
- zur dicht bebauten Gründerzeitstruktur
- und heute zu einem zukunftsrelevanten Transformationsraum geworden ist.