P005 PLASTIK WIEDERVEREWERTEN
Inhaltsverzeichnis
Es gibt Zwei Verfahren wie Kunststoff/Plastik wieder aufbereitet werden kann
- Das sogenannte ReOil® Verfahren, welches von der OMV (einer österreichischen Mineralöl AG) erfunden wurde und hauptsächlich Plastikmüll aller Art in einem Wärmeverfahren aufbereitet und daraus Syntetisches Öl, welches hauptsächlich als Flugzeugtreibmittel verwendet wird, erzeugt und vertreibt.
- Ecologic PureOil®: Verfahren, welches von der Deploy Swiss Tech AG, erfunden und registriert wurde, verarbeitetKunststoffmüll/Plastikmüll on einem Niedertemperatur-Depolymerisationsverfahren zu diversen Endprodukten wie zum Beispiel Syntetisches Öl (Weiterverarbeitung zu Benzin und Diesel möglich) und andere Reststoffe wie Rus und für die Landwirtschaft benötigte Zusatzstoffe und Plastikgrundstoffe.
Was ist ReOil®
- ReOil ist ein chemisches Recyclingverfahren von OMV. Ziel ist es, aus End-of-Life–Kunststoffen — also Plastikmüll, der nicht mehr mechanisch recycelbar ist — wieder nutzbare Rohstoffe herzustellen. OMV+2OMV+2
- Die Anlage befindet sich in der Raffinerie bei Schwechat (nahe Wien). OMV+2OMV+2
🔥 Wie funktioniert der Prozess — Schritt für Schritt
Sammlung und Auswahl des Plastiks
Verwendet wird Plastikmüll, der nicht für klassisches mechanisches Recycling geeignet ist (z. B. stark verschmutzte Mischkunststoffe, Verpackungsabfälle, Folien, Einwegkunststoffe). k-online.com+2www.watson.de/+2
Pyrolyse / thermisches Cracken
Das Plastik wird in einer geschützten (sauerstoffarmen) Umgebung stark erhitzt, etwa auf 400–450 °C. OMV+2BR.de+2
Dabei zerfallen die langen Kunststoff-Molekülketten (Polymere) in kürzere Kohlenwasserstoffketten — es entsteht sogenanntes „Pyrolyseöl“ bzw. synthetisches Rohöl („synthetic crude oil“). OMV+2OMV+2
Raffinierung / Weiterverarbeitung
Dieses synthetische Rohöl wird dann in der Raffinerie weiterverarbeitet — genauso wie „normales“ Rohöl. Es kann in Basis-Chemikalien zerlegt werden, z. B. zu Monomeren wie Ethylen oder Propylen. OMV+2OMV+2
Aus diesen Basis-Chemikalien lassen sich neue Kunststoffe herstellen — mit der gleichen Qualität wie bei fossilen Rohstoffen. OMV+2OMV+2
Kreislaufwirtschaft („Circular Feedstock“) / Verwendung
Die so erzeugten Kunststoffe haben „virgin-quality“, d.h. sie sind qualitativ gleichwertig mit Neuprodukten aus Erdöl. So kann z. B. Verpackung, medizinisches Material, Kunststoffteile, aber auch Kunststoff für anspruchsvolle Anwendungen gefertigt werden. OMV+2OMV+2
Alternativ wäre es technisch möglich, das synthetische Rohöl auch weiter zu verarbeiten — z. B. zu Kraftstoffen. Tatsächlich war das einer der ersten Anwendungsgedanken des Projekts. OMV+2OilPrice.com+2
✅ Vorteile / Warum ReOil wichtig ist
Schließt Recycling-Lücke: Viele Plastiken sind nicht mechanisch recycelbar — ReOil gibt diesen Kunststoffen eine zweite Chance, statt dass sie verbrannt oder deponiert werden. OMV+2OMV+2
Ressourceneffizienz & Kreislaufwirtschaft: Rohstoffe bleiben im Kreislauf — reduziert Abhängigkeit von fossilem Rohöl. OMV+2OMV+2
Klimaschutzpotenzial: Laut OMV kann durch das Recycling via ReOil im Vergleich zur Verbrennung von Kunststoffabfällen der CO₂-Ausstoß um bis zu 34 % reduziert werden. OMV+2OMV+2
Produktqualität: Die aus Kunststoffmüll zurückgewonnenen Rohstoffe sind hochwertig genug, um neue Kunststoffe herzustellen — bis hin zu Anwendungen mit hohen Anforderungen (z. B. Lebensmittelverpackungen oder Medizinprodukte). OMV+1
⚠️ Grenzen und Kritikpunkte / Herausforderungen
Nicht für alle Plastikarten geeignet: Vor allem „Mischkunststoffe“ oder stark verschmutzte Kunststoffe, Folien, Verpackungen, aber nicht alle Baukunststoffe. Chemie.de+2www.watson.de/+2
Wirtschaftlichkeit & Energiebedarf: Der Prozess braucht Energie (Erhitzung auf hohe Temperaturen), deshalb müssen Kosten/Nutzen gut abgewogen werden — bei sehr günstigem Rohölpreis ist Rückgewinnung schwieriger. www.watson.de/+2k-online.com+2
Noch begrenzte Kapazität: Zwar wächst die Anlage — bisher verarbeitet die neue Anlage bis zu 16.000 Tonnen Plastik pro Jahr. Das ist ein Schritt, aber global gesehen bleibt das Volumen Kunststoffabfall deutlich höher. OMV+1
Nicht das gleiche wie echte Kreislaufwirtschaft: Auch wenn das Verfahren Recycling bzw. Wiederverwertung ermöglicht — Kunststoff bleibt Kunststoff, und der Gesamtmarkt für Kunststoffproduktion könnte weiter stimuliert werden.
🎯 Bedeutung im größeren Kontext
Das ReOil-Projekt von OMV ist ein gutes Beispiel dafür, wie industrielle Verfahren und technologische Innovationen dazu beitragen können, Plastikmüll nicht als „Abfallproblem“ zu behandeln, sondern als Ressource. In einer Zeit, in der Plastikmüll, Umweltverschmutzung und CO₂-Emissionen zentrale Herausforderungen sind, kann chemical recycling wie ReOil einen wichtigen Beitrag liefern — besonders, wenn begleitet von besserem Abfallsammeln, Sortierung und möglichst weitgehender Reduktion von Einwegplastik.
Was ist Ecologic PureOil®
Depolymerisation vs. Pyrolyse und Kohlenstoffgehalt:
Das Verfahren der Deploy Swiss Tech AG ist eine Niedertemperatur-Depolymerisation für Kunststoffabfälle, die eine bessere Effizienz als die Pyrolyse erzielt. Der Kohlenstoffgehalt von 10–15 % (als gelber Kohlenstoff) stammt aus Nebenprodukten und gemischten Materialien, die das Verfahren bis zu 15 % akzeptiert, ohne die vollständige Depolymerisation der Polymerfraktion zu beeinträchtigen.
Wachsgehalt und Restabfälle:
Die 2–4 % Wachs sind ein wertvolles industrielles Nebenprodukt aus schwereren Kohlenwasserstoffen und keine Ineffizienz. Das Verfahren erreicht eine nahezu 100-prozentige Umwandlung ohne nennenswerte Restabfälle – alle Ausgangsstoffe sind marktfähig (z. B. SynGas, Rohöl/D2-Diesel). Das Wachs wird im Verfahren wiederverwendet, bis keine Ausgangsstoffe mehr anfallen.
Schwefelgehalt:
Quelle und Auswirkungen: Der Schwefel in den Produkten stammt aus Additiven oder Verunreinigungen in gemischten Kunststoff-Ausgangsmaterialien (z. B. können PE, PP, PS, PVC Spuren von Verunreinigungen enthalten). Er hat keinen Einfluss auf die Prozesseffizienz. Für die Ölqualität in Dieselmotoren gewährleistet die Raffination (einschließlich Entschwefelung) die Konformität und Verwendbarkeit als grüner Kraftstoff.