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💓 Stufe 2 – GefĂŒhle erkennen 🎭

Inhaltsverzeichnis

Was fĂŒhle ich? Warum fĂŒhle ich so?

GefĂŒhle begleiten uns jeden Tag.
Sie entstehen in Begegnungen mit Menschen, in Situationen, in Gedanken und Erinnerungen.

Manchmal sind GefĂŒhle klar und deutlich: Freude, Angst, Wut oder Traurigkeit.
Oft sind sie jedoch gemischt oder schwer zu benennen. Dann spĂŒren wir nur, dass „etwas in uns ist“, ohne genau zu wissen was.

Soziale Kompetenz bedeutet auch, die eigenen GefĂŒhle wahrzunehmen und zu verstehen.
Denn GefĂŒhle beeinflussen unser Verhalten, unsere Entscheidungen und unsere Beziehungen zu anderen Menschen.

Wer seine GefĂŒhle erkennt, kann bewusster handeln.
Wer seine GefĂŒhle nicht erkennt, reagiert oft unbewusst.

Diese Stufe lĂ€dt dich deshalb ein, deine GefĂŒhle genauer wahrzunehmen:

Was fĂŒhle ich gerade?
Wann entstehen diese GefĂŒhle?
Warum entstehen sie?

Es geht nicht darum, GefĂŒhle zu bewerten oder zu verĂ€ndern.
Es geht darum, sie wahrzunehmen und zu verstehen.

Übung: Meine GefĂŒhle im Alltag

Nimm dir Zeit und beobachte dich selbst in deinem Alltag.

  1. Welche GefĂŒhle spĂŒre ich?

Achte im Laufe eines Tages bewusst darauf, welche GefĂŒhle in dir auftauchen.

Zum Beispiel:

Freude

Ruhe

Unsicherheit

Ärger

Traurigkeit

Neugier

Zufriedenheit

Anspannung

Schreibe drei GefĂŒhle auf, die du erlebt hast.

  1. In welchen Situationen entstehen sie?

Denke an eine konkrete Situation, in der dieses GefĂŒhl entstanden ist.

Zum Beispiel:

GesprÀch mit jemandem

Arbeit oder Schule

Alleinsein

Konflikt

Erfolgserlebnis

Erinnerung

Begegnung

Schreibe zu jedem GefĂŒhl eine Situation auf.

  1. Warum entsteht dieses GefĂŒhl?

Versuche zu verstehen, was hinter dem GefĂŒhl stehen könnte.

Zum Beispiel:

Ich fĂŒhlte Ärger, weil ich mich nicht verstanden fĂŒhlte.

Ich fĂŒhlte Freude, weil ich Anerkennung bekam.

Ich fĂŒhlte Unsicherheit, weil mir etwas neu war.

Es gibt hier kein richtig oder falsch.
Es geht nur um deine eigene Wahrnehmung.

Wichtig fĂŒr dein Lernen

Auch bei GefĂŒhlen wirkt es am besten, wenn du dir Zeit lĂ€sst.

Beobachte an einem Tag vor allem deine GefĂŒhle.
An einem anderen Tag die Situationen.
An einem weiteren Tag mögliche GrĂŒnde.

Zum Beispiel:

Tag 1 – Welche GefĂŒhle habe ich?

Tag 2 – Wann entstehen sie

Tag 3 – Warum entstehen sie?

Zwischen diesen Schritten arbeitet dein Inneres weiter. Du beginnst Muster zu erkennen: bestimmte GefĂŒhle in bestimmten Situationen.

Es hilft auch hier, zu jedem GefĂŒhl ein inneres Bild oder eine Erinnerung zu finden. GefĂŒhle sind stark mit Erfahrungen verbunden. Wenn du dich an eine konkrete Situation erinnerst, wird dein VerstĂ€ndnis tiefer.

Beispiel fĂŒr eine 3-Tage-Übung

Drei Übungen zu je 3 Tagen macht in Summe 9 Tage. Nimm dir immer Zeit. Dein Unterbewusstsein braucht dies.

Beispiel: GefĂŒhle

Tag 1 – GefĂŒhl: Freude
Heute habe ich Freude gespĂŒrt, als ich mit einer vertrauten Person gesprochen habe.

Tag 2 – GefĂŒhl: Ärger
Heute habe ich Ärger gespĂŒrt, als ich mich in einem GesprĂ€ch nicht verstanden fĂŒhlte.

Tag 3 – GefĂŒhl: Unsicherheit
Heute habe ich Unsicherheit gespĂŒrt, als ich etwas Neues tun musste.

Beispiel: Situationen

Tag 1 – Situation: GesprĂ€ch
Ich habe Freude gespĂŒrt wĂ€hrend eines GesprĂ€chs mit jemandem, der mir wichtig ist.

Tag 2 – Situation: MissverstĂ€ndnis
Ich habe Ärger gespĂŒrt in einer Situation, in der mich jemand falsch verstanden hat.

Tag 3 – Situation: Neue Aufgabe
Ich habe Unsicherheit gespĂŒrt, als ich vor einer neuen Aufgabe stand.

Beispiel: GrĂŒnde

Tag 1 – Grund: Verbindung
Ich fĂŒhlte Freude, weil ich mich verbunden und akzeptiert fĂŒhlte.

Tag 2 – Grund: Nicht verstanden
Ich fĂŒhlte Ärger, weil ich das GefĂŒhl hatte, nicht gehört zu werden.

Tag 3 – Grund: Unbekanntes
Ich fĂŒhlte Unsicherheit, weil mir die Situation neu und ungewohnt war.

Reflexion

Schau dir deine Beobachtungen noch einmal an.

Gibt es GefĂŒhle, die hĂ€ufig auftreten?
Gibt es Situationen, die bestimmte GefĂŒhle auslösen?
Gibt es GrĂŒnde, die sich wiederholen?

Diese Erkenntnisse helfen dir, dich selbst bewusster wahrzunehmen.

Gemeinsam lernen (empfohlen)

Auch diese Übung kann in Gruppen sehr hilfreich sein.

Jede Person beschreibt:

ein GefĂŒhl

eine Situation

einen möglichen Grund

Die Gruppe hört zu, ohne zu bewerten.

Oft wird dabei sichtbar, dass viele Menschen Ă€hnliche GefĂŒhle kennen.
Das stÀrkt VerstÀndnis und gegenseitige Akzeptanz.

Ziel dieser Stufe

Du beginnst, deine GefĂŒhle bewusst wahrzunehmen.

Du erkennst, in welchen Situationen sie entstehen.

Du verstehst erste ZusammenhĂ€nge zwischen GefĂŒhl und Erlebnis.

Das ist die Grundlage dafĂŒr, GefĂŒhle spĂ€ter bewusster zu steuern.

Wenn du bereit bist, gehe weiter zu:

Stufe 3 – GefĂŒhle steuern
Wie bleibe ich ruhig? Wie reagiere ich bewusst?

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